Nachrichten aus dem Reitsport
 
18.Februar 2010
Heitere „Ritte des Jahrhunderts“
Neumünster - Dieser Auftakt gehörte eindeutig in die Kategorie „heiterer Abend“: Die „Ritte des Jahrhunderts“ in Neumünsters Holstenhallen bildeten das Opening des 60. Reitturniers VR Classics und lockten mehr als 900 Zuschauer in die Arena. Mit einer so großen Resonanz hatte Bettina Schockemöhle vor drei Monaten nicht gerechnet und lächelte am späten Abend zufrieden. Gemeinsam mit der Abteilung Persönliche Mitglieder der Deutschen Reiterlichen Vereinigung war das Projekt auf die Beine gestellt worden. Nun bietet das Pferdeland zwischen den Meeren reichlich Stoff und Persönlichkeiten, um sowohl filmisch als auch im zwanglosen Gespräch die Vergangenheit Revue passieren zu lassen und ein, zwei Gäste von „außerhalb“ rundeten die illustre Runde nur noch ab.

Mit standing ovations feierten die Zuschauer etwa die Kommentatoren-Legende Hans Heinrich Isenbart (Kirchlinteln), der auf einen Abstecher in die Holstenhallen kam und sich dann gemeinsam mit der Grand Dame der schleswig-holsteinischen Dressur, Rosemarie Springer, an Olympia 1960 in Rom erinnerte. Springer mußte ihre Stute Doublette pausenlos um`s Viereck herum reiten, weil es Diskussionen um die vor ihr gestartete US-Amerikanerin gab, die „wie wir hörten, sehr mit dem Chefrichter befreundet war“. Das allerdings durfte man damals nicht behaupten, „weshalb wir das auch heute nicht tun“, wie Isenbart unschuldigen Blickes wissen ließ. Filmische Rückblicke auf legendäre Momente des Pferdesports bis in die 30-er Jahre des vergangenen Jahrhunderts zurück, viel von Fritz Thiedemann und Hans Günter Winkler und Etliches aus Hamburg und Schleswig-Holstein ergänzten die Gespräche.

Springreiter Peter Luther (Olympiabronze 1984) und Dressurreiter Uwe Sauer (Olympiagold 1984) etwa gehörten zum deutschen Aufgebot, das sogar zu Schlagermacher Ralph Siegel ins Tonstudio gebeten wurde – Luther übrigens war genauso nicht dabei wie Paul Schockemöhle. Sauer verschmitzt: „Da waren nur die, die singen konnten.“ Luther gewann stattdessen lieber beim Deutschen Spring-Derby eine M-Dressur für Springreiter. Karsten Huck (Olympiabronze 1988) erinnerte sich an Tipps und Training mit Paul Schockemöhle und kam letztlich zu dem Schluss, „dass die Springreiter mal ein Buch schreiben müßten“. Eine der Hauptfiguren dürfte darin dann wohl Sönke Sönksen sein, denn die Anekdoten und knochentrockenen Bemerkungen des Dithmarschers (Olympiasilber 1976), der deutsche Equipen seit fast zwei Jahrzehnten begleitet, gelten als „unbezahlbar“.

Übrigens ist Sönksen der beste Beweis dafür, dass man auch nach fast drei Jahrzehnten in Versmold den Dithmarscher Akzent nicht verliert….

Schleswig-Holsteins Vielseitigkeitshelden Hinrich Romeike (Olympiagold 2008) und Herbert Blöcker (Olympiasilber 1992) begeisterten mit Witz und Pfiff und eine größere Öffentlichkeit erfuhr erstmals, was „Buschreiter“ so im Laufe ihres Reiterlebens erfahren, zum Beispiel das Romeike gelernt hat: „Was Paul Schockemöhle sagt, ist immer richtig.“ In Athen zumindest zeitweise, dann aber wieder nicht, in jedem Fall trugen Romeikes Geschichten enorm zur allgemeinen Heiterkeit bei……

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.reitturnier.de !

18.02.2010 (Comtainment.de)
 
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